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Verteilnetze effizient ausbauen: Neue Anforderungen erfordern neue Lösungen

Die Anforderungen an die deutschen Verteilnetze verändern sich grundlegend: Während der Netzausbau heute vielerorts noch durch die Integration erneuerbarer Energien geprägt ist, werden künftig zuneh-mend neue Stromverbraucher wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge die Netzdimensionierung bestimmen. Die neue Studie „Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes“ von Agora Energiewende, FfE und Consentec untersucht, wie hoch der daraus resultierende Netzausbaubedarf ist und wie innovative Maß-nahmen dazu beitragen können, bestehende Netze besser auszulasten und den notwendigen Ausbau kosteneffizienter zu gestalten.

Vom einspeise- zum lastgeprägten Netzausbau

Photovoltaik und Windenergie prägen heute in vielen Regionen den Netzausbaubedarf. Mit zunehmender Elektrifizierung verändert sich dieses Bild: Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und weitere neue Stromverbraucher führen dazu, dass langfristig zunehmend Lastspitzen für die Dimensionierung der Verteilnetze ausschlaggebend werden.

Damit verschieben sich auch die Anforderungen an einen kosteneffizienten Netzausbau. Während bei einspeisebedingten Engpässen insbesondere eine bessere Nutzung der vorhandenen Netzkapazitäten und der Umgang mit seltenen Einspeisespitzen relevant sind, gewinnt bei einem zunehmend lastgeprägten Ausbau die gezielte Nutzung von Flexibilität auf der Verbrauchsseite an Bedeutung.

Innovative Maßnahmen können den Netzausbau reduzieren

Die Studie untersucht verschiedene Ansätze, um vorhandene Netze besser auszunutzen und den notwendigen Ausbau zu reduzieren oder zeitlich zu verschieben. Dazu zählen unter anderem die Kappung seltener Einspeisespitzen, die gemeinsame Nutzung von Netzanschlüssen durch Erneuerbare Energien und Speicher, eine höhere Auslastung bestehender Betriebsmittel sowie die gezielte Steuerung flexibler Lasten.

Die Ergebnisse zeigen dabei auch: Nicht jede Maßnahme ist zu jedem Zeitpunkt und in jedem Netz gleichermaßen wirksam. Welche Ansätze den größten Beitrag leisten können, hängt unter anderem davon ab, ob der Netzausbau durch Einspeisung oder durch Lasten verursacht wird.

Milliardenpotenzial durch effizientere Netznutzung

Die orientierende Zusammenführung der jeweils wirksamsten untersuchten Maßnahmen verdeutlicht die Größenordnung des Potenzials: Die modellierten Ausbaukosten bis 2045 können von rund 248 auf 182 Milliarden Euro sinken. Das entspricht einer Reduktion um rund 66 Milliarden Euro beziehungsweise 27 Prozent.

Dabei ersetzen die untersuchten Maßnahmen den Netzausbau nicht. Sie können jedoch dazu beitragen, bestehende Infrastruktur effizienter zu nutzen, Investitionen gezielter einzusetzen und den Netzausbau stärker an den sich wandelnden Anforderungen auszurichten.

Neugierig? Hier geht’s zur Studie: Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes